Wenn wir auf unser Leben zurück sehen und an Situationen oder an Menschen denken, die uns verletzt haben, wünschen wir uns oft, dass dies nie passiert wäre, weil wir immer noch darunter leiden.
Der Wunsch zu Vergeben ist in vielen Menschen dennoch sehr groß, auch weil Vergebung eine große emotionale Befreiung darstellt. Weil wir aber glauben, dass etwas Schlimmes passiert ist, neigen wir dazu, zu verurteilen. Somit entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem Wunsch zu vergeben und der Angewohnheit zu verurteilen. Deswegen dauert Vergebung in vielen Fällen sehr lange.
Eine sehr universelle Reaktion auf etwas Negatives, auch wenn das, was uns passiert ist, sehr schlimm wahr, ist das Gefühl, dass es aus gutem Grund passiert ist. Wir haben danach oft das Gefühl, dass wir uns durch diese Erfahrung verändert haben, dass wir stärker oder liebevoller wurden oder in anderen Worten, dass wir spirituell gewachsen sind.
Die spirituelle Vergebung greift diesen Gedanken auf und führt ihn weiter. Sie sagt, dass nicht nur manches aus guten Grund passiert, sondern alles, was uns passiert, einen Grund hat und gut für uns ist.
Aus dieser Sichtweise sind alle Situationen und Personen, bei denen wir negative Reaktionen in uns fühlen, Erlöser für negative Energien, die wir noch in uns tragen, wenn wir sie als solche sehen.
Was wir hierbei wieder förderlich ist, ist die Bereitschaft für die Vorstellung, dass es eine höhere Intelligenz gibt, die uns führt und leitet, und dass die Erde ein Ort für unsere spirituelle Entwicklung ist.
Dieses Konzept der spirituellen Vergebung ist eine wunderbare Möglichkeit, sich von alten Lasten zu befreien und alte gebundene Energien, die unsere Realität formen, zu befreien.
Sobald wir nämlich die Teile in uns, die diese Situationen ausgelöst haben, liebevoll annehmen, kann die Energie, die diese Erinnerung bindet, nach und nach aufgelöst werden und verschwindet. Das ermöglicht uns wiederum, uns unserer Quelle mehr und mehr zu öffnen und unser Potential mehr und mehr zu leben.